Der zweite Tag unserer Reise begann mit einem Termin in San Bruno. De facto – da wir in San Francisco wohnen – allerdings mit einem Stau. Wir schlichen also zusammen mit all den Pendlern, die sich jeden Morgen auf den Weg machen nach Süden. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir das erste Ziel des Tages: Dynamic Signal. Hier wird daran gearbeitet, wie man die interne Kommunikation verbessern kann und konsistente Nachrichten über die sozialen Kanäle der Mitarbeiter verbreitet. Ziel ist es, das Employee Engagement hoch zu halten. Damit Mitarbeiter nur die Nachrichten erhalten, die für sie relevante sind, werden entsprechende Segmentierungen vorgenommen. Das nennt sich dann im Jargon „Hyperpersonalized Content“. Für die Kommunikation nach außen in das persönliche Netzwerk (z.B. über Twitter, LinkedIn etc.) wird nur ein Bruchteil der Mitarbeiter ausgewählt, damit die Adressaten nicht mit Nachrichten bombardiert werden. So sind von ca. 400.000 IBM Mitarbeitern z.B. nur 15.000 zugelassen, Nachrichten des Unternehmens zu teilen. Freitags arbeiten hier übrigens die meisten Mitarbeiter vom Home Office aus – auch um den Stau zu vermeiden…

Nach einem schnellen Mittagessen – wir wurden wie alle Mitarbeiter zu Wraps eingeladen – ging es zurück nach San Francisco. Dort hatten wir die Chance, bei German Accelerator, einer vom Bund geförderten Einrichtung, zu lernen wie Startups aus Deutschland der Markteintritt in den USA erleichtert werden soll. Da es beispielsweise einen Mangel an Serial Entrepreneurs, Early Adopters und Growth Capital gibt werden gezielt Unternehmen ausgesucht, die dann drei Monate in einem Coworking Space vor Ort arbeiten können. Dabei werden sie von Mentoren begleitet und erhalten in einem Boot Camp Schulungen u.a. zu LEAN Startup. Eines der wichtigsten Themen ist allerdings der Zugang zum Netzwerk, da die Dichte an wichtigen Köpfen in der Tech-Szene nur hier zu finden ist. Zufällig hatten wir die Gelegenheit, mit dem HSBA Absolventen Jonathan Kurfess zu sprechen, der sich mit einer innovativen App für Marketing-Umfragen mit Gamification-Elementen selbstständig gemacht hat (www.appinio.de). Sein Unternehmen ist derzeit im Programm von German Accelerator und wird noch einige Monate gefördert. Wir sind gespannt auf die Fortschritte. Der Besuch gab einen guten Eindruck darüber, wie hier gearbeitet wird.

Und wie klein die Welt manchmal ist…